Mittwoch, 13. Juni 2018

Ist das so wirklich im Sinne des Erfinders?

Mit einem Urlaubsfoto wieder in den Chillmodus


Verordnungen und ihre Auswirkungen

Es heißt ja oft wir Deutschen neigen dazu auf hohem Niveau zu jammern. Nun, heute reihe ich mich dann auch mal in die Riege der Jammerer ein. Zunächst einmal wird sich so mancher fragen: Was meint sie denn mit ihrer Überschrift? Um was geht es denn eigentlich? Es geht um die Datenschutzverordnung und die eigenartigen Auswirkungen die sie aus meiner Sicht hat.

Mit Bedauern habe ich festgestellt, dass viele tolle Blogs nun erst einmal vorübergehend ihre Pforten geschlossen haben, weil sie sich mit den Inhalten der Verordnung schlichtweg überfordert fühlen. Der Gedanke daran, als juristischer und eventuell auch noch technischer Laie nicht alles regelkonform umsetzen zu können, hat schlichtweg viele vor dem Weitermachen kapitulieren lassen. Die Angst vor einer Abmahnung mit den Folgen eines finanziellen Ruins hat allerdings nicht nur die Bloggerwelt erfasst. Viele Online-Shops sind aus Unsicherheit vorläufig vom Netz gegangen und einige haben genau aus dem Grund den Versand ihrer Newsletter eingestellt. Im Hauptberuf komme ich mit der Komplexität des Themas ebenfalls in Berührung. Auch dort sind erst einmal alle Newsletter auf Eis gelegt worden.

Sunny's Argument das die Datenschutzverordnung nichts Neues ist und es schon längst Vorschriften gibt, die den Datenschutz regeln, kann ich zwar folgen und doch bin ich an einigen Punkten vollends verwirrt. Das Datenschutz an sich eine gute Sache ist, steht dabei vollkommen außer Frage. In der Umsetzung hapert es aus meiner Sicht allerdings noch ganz gewaltig. Wie ich darauf komme? Nun, das ist eigentlich ganz einfach.

Gleiches Recht für  alle? 

Inzwischen träume ich nachts schon von dem Wort "unsubscribe". Bei all dem Bedauern darüber, das Seiten aus dem Netz verschwunden sind, die ich aufgrund der gut aufbereiteten Inhalte gerne besucht habe und auch darüber das ich nun einige tolle Newsletter nicht mehr erhalte, dachte ich zunächst es gäbe auch einen Grund mich zu freuen. Mein Postfach ist mitunter voll von allen möglichen Newslettern und darunter sind auch etliche bei denen ich mir sicher bin, selbst nie um ihre Zusendung gebeten zu haben. Nachdem mich dann die erste Nachricht von einem gewollten Newslettereingang erreichte, dass bedingt durch die Änderungen der DSVO eine nochmalige Bestätigung des Newsletterbezugs nötig werde, dachte ich : "Super jetzt bin ich diese lästigen Firmen, die mich permanent mit ihrer Werbung zuschütten endlich los". Doch weit gefehlt, gingen doch weitere Informationsmails von gewollten Newslettern bei mir ein, in denen mir mitgeteilt wurde, wenn ich den Newsletter weiter erhalten wolle, dann brauche ich nichts zu tun. Nur wenn ich ihn nicht erhalten wolle, könne ich mich über einen Link jederzeit abmelden. Was für ein Durcheinander. Irgendwie schon blöd, wenn eine Verordnung dann anscheinend doch einem Gummiparagraphen gleicht, bei dem sich jeder schön das rauspikt was ihm gerade passt. Mit meiner Annahme, die unliebsamen Werbemailversender dann jetzt endlich los zu sein, hatte ich allerdings am weitesten gefehlt. Von denen bekam ich weder einen Hinweis noch sonstiges. Ganz im Gegenteil, denn irgendwie beschleicht mich da bei dem einen oder anderen das Gefühl, dass ich ruhig hundertmal "unsubscribe" klicken kann, sein Mist informatives Schreiben aber trotzdem weiterhin fleißig in meinem Postfach landet.

Nachdem das sicherlich vielen auch so geht, was jammere ich denn dann hier so rum? Es ärgert mich und macht mich total wütend, das ehrliche Leute, die sich stets darum bemüht haben, den Gesetzen nach bestem Wissen und Gewissen zu entsprechen, ihre Arbeit eingestellt haben. Andere, die vorab schon jedes noch so kleine Schlupfloch genutzt haben, um dem nur teilweise oder gar nicht nachzukommen, auch nach der Verschärfung der Verordnung fleißig damit weitermachen. Entweder betrifft sie das Gesetz aus mir unerklärlichen Gründen nicht oder es ist ihnen egal ob z. B. ein Rechtsanwalt in Italien gerade nichts besseres zu tun hat eine Abmahnwelle in anderen europäischen Ländern losbricht, weil die DSVO nicht bis ins kleinste Detail eingehalten wurde. Auch wenn er vielleicht den einen oder anderen dehnbaren Paragraphen dabei doch glatt mal auf seine ganz eigene Weise interpretiert. Auf die xte Datenpanne bei facebook kann ein Herr Zuckerberg bei Befragungen noch immer ziemlich lapidar reagieren ohne das ihn dies bisher in den Ruin getrieben hat. Bei allem Verständnis und aller Einsicht im Hinblick auf Datenschutz, frage ich mich dann schon das Eine oder Andere Mal ob hier nicht an so mancher Stelle mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird.

Was meint ihr dazu?

Kommentare:

  1. Wir werden sehen, wie sich das Ganze weiter entwickelt. Das ist wirklich mit Kanonen auf Spatzen schießen, aber es muss immer die Verhältnismäßigkeit gesehen werden. Daher würde ich jetzt nicht aus Panik meinen Blog schließen. Die Sache mit den Newslettern nervt mich auch.

    Liebe Grüße Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Datenschutz ist sicherlich auch kein Grund für mich darüber nachzudenken den Blog zu schließen liebe Sabine. Panik bringt eh nicht weiter in diesem (und auch vielen anderen)Fällen. Liebe Grüße in den Norden Ursula

      Löschen
  2. Klar gibt es immer Leute, die einfach denken für Sie wäre das geltende
    Recht nicht einschlägig. Ich bräuchte auch keinen Führerschein. Bin seit über 30 Jahren am fahren und es hat mich noch keiner jemals danach gefragt.

    Aber wehe man baut nen Unfall und hat keinen, der möcht ich dann nicht sein. Es gibt genug Blogger, die sich augenscheinlich noch gar nicht damit befasst haben. Genauso wie es welche gibt, die immer noch nicht geschnallt haben, was Werbung ist und wo die zu kennzeichnen ist.

    Ich denke, dass vielen Laien (sowohl in rechtlicher als auch in
    informationstechnischer Sicht) eben das Wissen fehlt. Vor allem das Wissen um den Zusammenhang. Die Oberfläche es eben nur die Oberfläche. Und was man im Netz tut, wird mitgeloggt. Das liegt in der Natur der Sache.
    Es ist das Wesen von Client-Server Architekturen. Ob der Server nun bei
    Dir im Haus steht, oder am anderen Ende der Welt ist egal. Damit Du zu
    Deinen Daten kommst, gibt es Protokolle, die die Kommunikation erst
    möglich machen.

    Und damit so eine Anfrage an einem Server nicht unendlich lange dauert,
    hat man sich Hilfsmechanismen einfallen lassen, wie Cookies und
    Caches.... Da wird alles bei Dir zwischengelagert, falls Du die Seite
    öfter nutzt und nur die Diskrepanzen müssen nachgeladen werden.
    Damit der Server weiß, wer Du bist und wo er den angefragten Inhalt schicken muss, merkt er sich Deine IP Adresse.

    Da ist alles nur zum Vorteil des Nutzers. Aber er muss sich im Klaren sein, dass er überall Spuren hinterlässt. Und diese Spuren kann man, wenn man will auch zusammensetzen und ein Profil daraus erstellen. Die ganze Technik kostet einen Haiden Geld. Und unsere Branche wird gut bezahlt. Das heiß das "Netz" muss auch Geld generieren und nicht nur kosten. Am besten geht das natürlich über potentielle Werbekunden.

    Zusätzlich ist das Netz natürlich auch der Ideale Ort für illegale Machenschaften. Weil es ja fast Anonym ist. Aber auch hier muss man an die Daten ran, dann hat man eine gewisse Chance bestimmte Machenschaften einzschränken. Man denke nur an die Daten von Kinder-Porno-Guckern und ähnliches.

    Wenn es nach mir ginge, sollte man wirklich einen Kurs besuchen, bevor man sich in die Weiten des Netzes begibt. Guppis schwimmen da neben Haien. Und wenn man selbst ein Angebot erstellt, sollte man sich durchaus im Klaren sein, dass damit auch ein paar Verpflichtungen einher gehen.

    Verpflichtungen die das Netz auf die Seitenbetreiber abwälzt. Und zwar auf jeden einzelnen. Und soweit sind wir jetzt eben. Das Netz ist ein fiktiv-physikalisches Gebilde, das niemandem gehört und für das letztlich keiner und doch alle verantwortlich sind.

    Gut finde ich es, dass es Rechtsanwälte gibt, die zumindest einen gewissen Handlungsfaden an die Hand geben. Wir sind ja alle mündige Bürger. Von denen wird erwartet, dass sie sich informieren, was sie dürfen und was nicht.

    LG Sunny

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für den ausführlichen Kommentar liebe Sunny. Natürlich sollte man darüber was man darf oder nicht informiert sein. Liebe Grüße Ursula

      Löschen
  3. Im Prinzip heißt das nur, dass wir uns alle bisher viel zu wenig um Datenschutz gekümmert haben. Ich auch. Ich habe zwar eine grobe Vorstellung davon, wo ich welche Spuren hinterlasse. Aber so richtig genau weiß ich es eben doch nicht. Und - ich gestehe - ignoriere es auch ganz gern. Und angesichts dessen finde ich es eigentlich gar nicht so schlecht, dass ich jetzt mit der Nase drauf gestoßen werde. Was da allerdings häufig fehlt, sind Erklärungen für Dummies wie mich. Die hätte ich gern. Ohne dafür ein halbes Informatikstudium zu absolvieren.
    Tja, und dass sich manche Seitenbetreiber um nix kümmern - das ist mir im Grunde genommen egal. Soll jeder tun, was er für richtig hält. Ich fahre halt auch nur so schnell wie ich darf und hinterziehe keine Steuern. Andere halten das anders. Ich kann auf derartig nervenaufreibende Spielchen in meinem Leben verzichten.
    Liebe Grüße
    Fran

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wahrscheinlich hast du recht liebe Fran. Die Existenz von Datenschutz war mir bewusst. Gar keine Frage, das er wichtig ist. Allerdings habe ich mich bis vor kurzem ganz sicher nicht bis ins kleinste Detail mit dem Thema befasst. Liebe Grüße Ursula

      Löschen
  4. Ich weiß zwar theoretisch, dass es passieren kann, dass es auch "kleine" Blogger trifft, und sie abgemahnt werden können, wenn sie sich nicht an die DSGVO halten... aber klar sind das Kanonen auf Spatzen! Lächerlich! Als ob es das Gleiche ist, ob ich Steuern hinterziehe oder Millionen Daten verkaufe im Wissen, dass damit manipuliert wird oder einer alten Dame die Handtasche klaue oder einen Passus in meinem unbedeutenden Blog vergesse... wem schade ich eigentlich wirklich damit?
    Ganz ehrlich? Manchmal hab ich zudem das Gefühl, die "Bloggerszene" macht einen ziemlichen Wind... ich weiß nicht so recht. Ich denke jedenfalls nicht, dass mein pupsiger Blog es wert ist, dass da auch nur ein "Auge des Gesetztes" drauffällt. Das ist jetzt nicht gegen irgendwen gerichtet, der sich darüber Gedanken macht, überhaupt nicht! Das sind nur meine Gedanken dazu. Mir geht's wie Fran, ich habe keine Lust, ein halbes Informatikstudium zu absolvieren. Ich habe keine Ahnung, ob ich mich um alles gekümmert habe - und ich gestehe auch den anderen zu, dass es ihre eigene Angelegenheit ist, ob sie es tun oder nicht. Schade jedenfalls, dass Blogs von der Bildfläche verschwinden, deswegen.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende! Maren

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mir geht es ähnlich wie dir liebe Maren. Ich finde es ebenfalls schade das deswegen Blogs von der Bildfläche verschwinden. Kann ich die Gründe schon irgendwie nachvollziehen, denn ob es am Ende tatsächlich die "Großen" trifft ist nicht unbedingt gesagt (siehe meine Anmerkungen zu den Newslettern), bzw. scheint es denen wohl egal zu sein. Liebe Grüße und ebenfalls ein schönes Wochenende Ursula

      Löschen

Dieser Blog ist mit Blogspot, einem Googleprodukt, erstellt und wird von Google gehostet.
Es gelten die Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen für Googleprodukte.

Wenn Du die Kommentare zu diesem Beitrag durch Setzen des Häkchens abonnierst, informiert Dich Google jeweils durch eine Mail an die in Deinem Googleprofil hinterlegte Mail-Adresse.
Durch Entfernen des Hakens löscht Du Dein Abbonement und es wird Dir eine entsprechende Vollzugsnachricht angezeigt. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit Dich in der Mail, die Dich über einen neuen Kommentar informiert, über einen deutlichen Link wieder abzumelden.