Sonntag, 3. Juli 2016

Was Vitamin D mit Werbung am Hut hat

Sonnenuntergang Istrien Porec
Normalerweise lese ich selten bis gar keine Frauenzeitschriften (außer beim Friseur), weil mich deren Inhalt einfach nicht mehr anspricht. Die dort vorgestellten Outfits finde ich unpassend oder zu teuer und spätestens der 3. Artikel über die x-te Anti Aging Creme damit die reife Haut nur ja keine Falten bekommt, langweilt mich aber so was von, da vergeht mir glatt die Lust weiterzulesen. Es ist dann doch mal mit einer Bestellung eine Art Werbezeitschrift bei mir eingetrudelt, in der ein Konzern seine ganzen Kunst an Werbestrategien über die sogenannten Best Agerinnen ergießt.



Die meisten Artikel, in denen mir jemand erzählen will, was ich denn alles kaufen muss, damit ich keine Falten und Fältchen bekomme und welche Mode denn am vorteilhaftesten für mich ist (kennen die meinen Farbtypen, meine Haarfarbe und Größe sowie mein Gewicht?) und mit welcher Strategie meine Wünsche endlich wahr werden (na wenn ich da mit 50plus noch nicht selbst dahinter gekommen bin, dann ist mir wirklich nicht mehr zu helfen) interessieren mich null. Habe ich doch nicht das geringste Interesse daran mich mit allerfeinstem Werbegeseusel in irgendeine Richtung manipulieren zu lassen. Trotzdem macht mich ein Artikel stutzig, weil ich selbst von einem Mangel betroffen war und es offensichtlich über einen langen Zeitraum überhaupt nicht bemerkt habe: Vitamin D. In der Zeitschrift geht es bei dem Thema eher darum, den Sonnenschutz einer Firma zu vermarkten. Damit sind wir auch schon bei einem Widerspruch zum Vitamin D: Jeder Mensch glaubt, wenn er sich bei Sonnenschein einige Zeit in der Sonne aufhält, reicht das aus damit sein Körper eigenständig genug Vitamin D bildet. Da sich die Sonneneinstrahlung durch das Ozonloch und andere Umwelteinflüsse innerhalb der letzten Jahre stark verändert hat, empfehlen Hautärzte bei Aufenthalt in der Sonne dringend eine Sonnenschutzcreme.

Soweit so gut und das unterstütze ich auch sofort ohne jede Einschränkung. Was viele nicht wissen, mir die Ärzte aber auf Nachfrage erklärt haben ist: durch den Sonnenschutz kann über die Haut nicht mehr genug Vitamin D aufgenommen werden. Außerdem verringert sich die Vitamin D Produktion bei älterer Haut. Frauen sind davon offensichtlich häufiger betroffen als Männer. Da die Haut für die Vitamin D Synthese vor allem UV B-Licht benötigt, unterstützt das Solarium die Bildung von Vitamin D nicht. Ein Mangel an Vitamin D ist keine Bagatelle. Er schadet langfristig der Knochengesundheit und kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gravierende psychische Probleme verursachen. Im Hinblick auf die Insulinempfindlichkeit wird diskutiert, ob zu wenig Vitamin D eventuell auch dick macht. 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: der Mangel wird oft nicht bemerkt. Das ich schneller schlapp und müde war, habe ich auf die Wechseljahre geschoben. Genauso wie die Tatsache, dass mir oft alle Knochen weh getan haben. Seit Jahren leide ich an Sonnenallergie und meide deshalb die direkte Sonne. Nach der Entfernung eines weißen Hautkrebstumors am Kopf achte ich erst recht sehr darauf mich selten (wenn dann auch nur ganz kurz und immer mit Kopfbedeckung) in der Sonne aufzuhalten. Trotzdem wäre ich nie darauf gekommen, das ein Defizit an Vitamin D  mit meinen Zipperlein in Zusammenhang steht. Bestimmt werden kann der Wert über eine Blutentnahme, die leider von vielen Krankenkassen nicht gezahlt wird. Ein beschwerdefreier Alltag war mir der finanzielle Aufwand allemal  wert.

Seit ihr über die neuesten Erkenntnisse der komplexen Mechanismen der Vitamin D Bildung besser informiert als ich es war?   

Kommentare:

  1. Der Umstand ist mir bekannt. Dein Artikel erinnert mich daran, dass ich mein Blut mal untersuchen lassen sollte. Ich nehme schon seit Jahren ein Präparat (Orthomol Femin), in dem auch Vitamin D enthalten ist. Allerdings weiß ich nicht, ob das ausreicht.

    Liebe Grüße
    Sabine

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  2. Vielen Dank für den Kommentar liebe Sabine. Ob die Vitamin D Zugabe im Orthomol Femin ausreicht, die Gewissheit kann dir wirklich nur ein Bluttest geben. Die Menge der zuzuführenden Einheiten an Vitamin D werden häufiger sehr kontrovers diskutiert und es fällt mir ehrlich gesagt schwer mir da meine eigene Meinung zu bilden. Manchen empfehlen die Vitamin D Depots über einen längeren Zeitraum mit einem hochdosierten Präparat aufzufüllen. Mein Wert lag 20fach unter dem der aus Sicht der Experten vorhanden sein soll. Unterschiedliche Ärtze hatten auch dazu unterschiedliche Ideen. Während der eine meinte, 500 Einheiten pro Tag zusätzlich wären ausreichend, hat mein Hausarzt mir eine Gabe von 20.000 Einheiten einmal in der Woche empfohlen (was mir als sinnvoll erscheint, nachdem ich mich eher für ein Schattendasein entschieden habe). Ein Bluttest sowie eine ausführliche Beratung sind deshalb schon sinnvoll. Wünsche dir noch einen wundervollen Abend.

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  3. Liebe Ursula, Du hast recht. Meist ist es schon so dass Menschen die relativ blasse Haut haben einen Mangel aufweisen. Das ist keine Regel, das ist eine Beobachtung aus der Praxis. Die Vit.D Bestimmung kostet in unserem Labor knapp 17 Euro. Die Vitamintabletten muss man, auch selbst bezahlen wenn nötig. Ein zuviel schadet auch. Vorsicht.
    Die meisten unserer Patienten fahren gut und ausgewogen mit einer Einnahme von Vit. D 20.0000 einmal die Woche von Oktober bis April.
    Dann ist der Speicher ausgewogen. Wie gesagt nur Erfahrungswerte.
    Ich denke Dein Hausarzt liegt also vollkommen richtig.
    Du hast recht, ein wichtiges Thema ;)
    Liebe Grüße Tina

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  4. Vielen Dank für deinen Kommentar liebe Tina. Interessant, die Dinge auch mal aus der Sicht von jemandem zu hören, der vom Fach ist. Gerade bei der Einnahme von hochdosiertem Vitamin D gibt es ja inzwischen die unterschiedlichsten Thesen und es ist als Laie nicht immer leicht, sich da eine eigene Meinung zu bilden. Vor allen Dingen ist es wichtig bei einem Mangel bei allem was da an Weisheiten so im Netz kund getan wird, die Sache zwar Ernst zu nehmen und trotzdem nicht in Panik zu verfallen :)

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  5. Danke für den interessanten Bericht! Auch ich fühle mich zur Zeit irgendwie "krank" - schiebe es auch auf die Wechseljahre uvm! Mein Vit. D. Spiegel wurde noch nie kontrolliert, da sollte ich vielleicht mal meinen Hausarzt fragen? Lieben Gruß Patricia

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  6. Vielen Dank für den Kommentar Patricia. Die Kosten der Blutuntersuchung für die Vitamin D Bestimmung wird zwar in den meisten Fällen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Trotzdem finde ich es wichtig, das mal machen zu lassen. Dein Hausarzt sollte dazu ein vertrauensvoller Ansprechpartner sein.

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