Dienstag, 26. Juli 2016

Alles steht Kopf

Küstenabschnitt bei Porec
Irgendwie liegt im Juli etwas in der Luft, das mir in einer normalen Umschreibung als schwer greifbar erscheint. An vielen Stellen und von vielen Menschen höre ich von Konflikten, die über das übliche hinaus eine Dimension annehmen, die irgendwie schwer verständlich erscheint.  Das gipfelt in den Entgleisungen, die  sich dieser Tage über das Vorstellbare hinaus in einigen Städten in Bayern ereignet haben. Bewusst spreche ich es hier nicht aus, denn bei allem Verständnis für den Wunsch nach Aufklärung, es hängt mir zu den Ohren raus. Nach diesen Ereignissen, die uns die Tragweite solcher Werte wie Freiheit und Frieden vielleicht erst einmal richtig bewusst machen, wünsche ich mir etwas, womit ich meinen persönlichen inneren Frieden zurück erlangen kann. Etwas wie das Foto, mit dem ich in die Unbeschwertheit meines Urlaubs letztes Jahr in Porec eintauchen kann. Jedes Mal, wenn ich meine etwas Abstand zu den schrecklichen Dingen gefunden zu  haben, werde ich durch die Medien wieder damit konfrontiert. Für mein Empfinden geht das inzwischen weit über die reine Aufklärung hinaus. Es wird uns allen immer wieder aufgetischt, mit Bildern, Fakten und Halbwahrheiten, die mehr oder minder darauf abzielen Ängste zu schüren. Wenn ich das schon als über das Ziel hinaus geschossen empfinde, wie schlimm ist das dann erst für die Angehörigen der Opfer, die durch diesen Wahnsinn einen geliebten Menschen verloren haben? Jetzt taucht vielleicht die Frage auf, ob so ein Thema in einen Blog gehört. Ich meine ja, denn  die Art und Weise, wie dies unser aller Leben beeinflusst, berührt viele Frauen (Menschen). Eher durch Zufall bin ich am Tag nach den Ereignissen in München auf einem Altstadtfest gelandet (ich wollte ja meinen Lippenstift unbedingt umtauschen). Glücklicherweise, denn so konnte ich gleich hautnah erfahren, es macht keinen Sinn und soll nicht so sein, dass ich mich ab sofort nur noch zu Hause verkrieche. Mein Wunsch ist es, mich auch weiterhin frei und ohne Angst zu bewegen. Auch wenn mir dies zugegebenermaßen manchmal nicht mehr ganz so unbeschwert gelingt, wie vor all diesen Ereignissen. Angst macht unfrei und Freiheit ist eines der Dinge im Leben, die mir unheimlich wichtig sind. Gebe ich meinen Glauben daran und das Vertrauen in das Leben auf, dann haben die gewonnen, die mit ihren fragwürdigen Ideologien unser aller Leben kontrollieren wollen.

Womit holt ihr euch nach aufwühlenden Ereignissen die Normalität zurück?  

Kommentare:

  1. Das haben Sie sehr gut gesagt liebe Ursula.
    Wir dürfen uns nicht das Maß unserer Freiheit (und damit auch die Freiheit von Angst) diktieren lassen von fehlgeleiteten Menschen und Systemen. Es hat ja historisch gesehen lange genug gedauert, bis es eine freiheitliche Demokratie in Deutschland gab. Ich gebe weder diese her noch den europäischen Gedanken. Und ich hoffe auf unsere Generation und die Generation unserer Kinder, die damit groß geworden ist und sich die Selbstverständlichkeit dessen nicht nehmen lassen wird. Statt ängstlich müssen wir mutig sein und das Leben feiern. Außerdem müssen die politische Verantwortung Tragenden lernen, wo Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden und welche üblen Zustände selbst herbeigeführt wurden, die dann eskalieren (nicht alles ist einfach auf Religion zurückzuführen). Dann wäre ein Teil der Gefahr entschärft und die Gesellschaft könnte wieder mehr zusammenwachsen.
    Und: jede stinknormale Autobahnfahrt kann gefährlicher sein als der Besuch eines schönen Festes.
    Herzliche Grüße von Sieglinde Graf

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  2. Vielen Dank für den Kommmentar liebe Sieglinde Graf. Es freut mich, das Sie darin sowohl die politische Verantwortung als auch den europäischen Gedanken ansprechen. Da bietet sich ein weites Feld auf dem viele politisch Verantwortliche endlich damit anfangen müssen, ihre Hausaufgaben besser zu machen. Sie haben recht damit, das jede Autobahnfahrt gefährlicher sein kann, als der Besuch eines Festes. Diese Tatsache verdrängen wir bei solchen Katastrophenmeldungen oft nur gerne aus unserem Bewusstsein.

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  3. Liebe Ursula,

    mir werden die vielen Bilder auch zuviel, aber es ist leider eine Tatsache, dass momentan der Terror ziemlich präsent ist und in beängstigender Weise zugenommen hat. Trotzdem dürfen wir uns die Freiheit und die Freude am Leben nicht nehmen lassen. Ich werde auch weiterhin Veranstaltungen wie die Kieler Woche besuchen.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. vielen Dank für den Kommentar liebe Sabine. Meine Antwort darauf hat das Netz geschluckt und es ist mir erst heute aufgefallen. Was du geschrieben hast ist richtig. Deshalb werde auch ich zukünftig all das machen worauf ich gerade Lust habe :)

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